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Freizeitbeschäftigung:

Verkehr regeln:

Die Freizeit sinnvoll gestalten und als Verkehrshelfer einen Dienst an der Gesellschaft leisten: zu diesem Zweck gründeten Jonathan Tschanz und seine Mitstreiter einen Verein.

Als Bub waren seine Berufsträume Polizist oder Feuerwehrmann. Beruflich hat Jonathan Tschanz einen anderen Weg eingeschlagen. In der Freizeit ist der 27-jährige Schüpbacher aber häufig in der Uniform auf der Strasse oder auf einem Parkplatz anzutreffen – und dies bereits seit seinem 15. Lebensjahr. Seine Sporen abverdient als Verkehrshelfer hat er bei den Verkehrskadetten Bern. Diese Organisation steht Jugendlichen von 14 bis 25 Jahren offen. Für Tschanz bedeutete diese Alterslimite, dass er ins obere Kader hätte aufsteigen müssen, um bei den Kadetten bleiben zu dürfen. «Das kam für mich nicht in Frage, ich wollte den Jugendlichen Platz machen», sagt er. Seine Passion, das Verkehr-Regeln, wollte er aber nicht aufgeben. Beim Verkehrsdienst der Tigers AG konnte – und kann er immer noch – seinem Hobby frönen.

Andere entdeckten die Helfer

Bald einmal wurden die Dienste von Jonathan Tschanz und seinen Verkehrshilfekameradinnen und -kameraden auch von Firmen und Vereinen entdeckt, die einen Anlass mit gros­sem Verkehrsaufkommen durchführen. Auch an zahlreichen Hochzeitsfeiern stammen die Verkehrshelferinnen und -helfer jeweils aus dem Umfeld von Jonathan Tschanz. «Diese Aufträge führen wir natürlich gerne aus. Mittlerweile haben sie aber ein Ausmass angenommen, dass wir uns auch bezüglich Rechtsform sauber organisieren wollten», so Tschanz. Sie gründeten letzten Sommer den Verein Verkehrs Security, und auch ein Eintrag ins Handelsregister wurde nötig. Zwar würden dem neu gegründete Verein auch mehrere Leute des Sicherheitsdiensts der SCL Tigers  angehören. «Beides sind aber voneinander unabhängige Organisationen», hält Tschanz fest, der dem neuen Verein als Präsident vorsteht.

Ein Hobby, das ein bisschen rentiert

«Der Verein Verkehrs Security bezweckt eine sinnvolle Freizeitgestaltung sowie die Pflege und Förderung der Kameradschaft, die Rekrutierung und die sorgfältige Ausbildung von Erwachsenen beiderlei Geschlechts zu Verkehrs Security(...) und deren Einsatz für die Verkehrsregelung(...) Das Aktionsgebiet umfasst in der Regel das Emmental und angrenzende Gebiete», steht im Handelsregistereintrag vom 12. Dezember 2016. Finanzieren will sich der Verein durch Mitgliederbeiträge, Spenden, Sponsoring und Erträgen aus Dienstleistungen. Ist das Verkehrs-Regeln für die Vereinsmitglieder auch in finanzieller Hinsicht eine interessante Nebenbeschäftigung? «Niemand wird sich aus finanziellen Gründen in unserem Verein engagieren. Der Verkehrs Security wird nach einem Stundenlohn ausbezahlt, informiert Tschanz. Den Überschuss aus den Einnahmen würden sie in Material wie Funkgeräte, Uniformen, Verkehrssignale und Wegweiser investieren.

Ausbildung als Schwerpunkt

In der Wohnung des Vereinspräsidenten hängen mehrere Diplome von erfolgreich abgelegten Prüfungen. Eine solide Ausbildung der Mitglieder ist für den Verein erforderlich, um von der Polizei die Bewilligung als Verkehrs Security zu erhalten.
Jonathan Tschanz bringt die Voraussetzungen mit, dass er nebst dem Verkehr-Regeln auch angehende Verkehrshelfer ausbilden darf. Die Prüfung würden diese bei der Kantonspolizei ablegen, sagt Tschanz.
«Die Rekrutierung und Ausbildung ist nebst den Einsätzen auf Parkplätzen und Strassenkreuzungen ein Schwerpunkt unseres Vereins», so der Präsident. Aktuell gehören der Truppe 19 Personen an. «Wir wollen nicht ein Riesen-Unternehmen werden», sagt Jonathan Tschanz. «Aber ein bescheidenes Wachstum streben wir schon an.»